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Mit 42 fing es bei mir an. Mit 45 kam meine letzte Periode, und ich dachte: Gut, jetzt ist es geschafft. Falsch gedacht. Die Hitze blieb, der Schlaf blieb schlecht, und meine Laune lag oft irgendwo im Keller. Die Lust auf Sex war einfach weg, und mein Bauch wurde Monat für Monat runder, obwohl ich nichts anders machte. Irgendwann saß ich nachts wach, klatschnass geschwitzt, und fragte mich: Wann ist man eigentlich durch?
Eine Antwort habe ich gefunden. Sie ist nicht ganz so tröstlich, wie ich gehofft hatte, aber sie hat mir geholfen, mich nicht mehr für „kaputt“ zu halten. Ich erzähle dir, was ich herausgefunden habe und was ich daraus für mich mitnehme. Ich bin keine Ärztin, ich lese Studien und überlege dann, was das im Alltag bedeuten könnte. Wo etwas gesichert ist und wo es nur meine Überlegung ist, sage ich dir dazu.
Wir schauen uns sechs Dinge an. Woran du erkennst, dass du die Menopause hinter dir hast. Wie lange Hitzewallungen bleiben können. Was die Hormontherapie anbietet. Welche Beschwerden zu dieser Phase gehören und bei welchen du besser zur Ärztin gehst. Was eine Blutung nach der Menopause bedeutet. Und was ab jetzt für Knochen, Herz und Beckenboden wichtiger wird.
Was Postmenopause bedeutet
Zuerst kurz die Begriffe, damit wir vom Gleichen reden. Die Menopause ist deine letzte Monatsblutung. Das merkst du leider erst im Nachhinein, nämlich wenn danach zwölf Monate lang keine Blutung mehr kam. Ab dann spricht man von der Postmenopause. Nach den Angaben der Deutschen Menopause Gesellschaft liegt die letzte Blutung im Durchschnitt bei 51 bis 52 Jahren. Die Zeit davor, die Perimenopause, habe ich in „Mit 42 schon Wechseljahre?“ beschrieben.
Die Postmenopause hört nie auf, sie begleitet dich für den Rest deines Lebens. Das klingt schlimmer, als es ist. Es heißt nur, dass deine Hormone nicht mehr auf und ab schwanken, sondern auf einem niedrigen Niveau bleiben. Wenn wir sagen „ich bin durch“, meinen wir also den Moment, in dem der Umbau abgeschlossen ist. Deine Beschwerden wissen davon leider nichts. Sie halten sich an ihren eigenen Fahrplan.
Woran erkennst du, dass du die Menopause hinter dir hast?
Wann die Wechseljahre vorbei sind, ist Definitionssache. Die Menopause erkennst du am verlässlichsten mit einem Kalender. Wenn du zwölf Monate lang keine Blutung hattest, hast du die Menopause hinter dir. Danach beginnt die Postmenopause, und die Wechseljahre gehen in ihr weiter. Das klingt banal, ist aber die Methode der Fachleute.
Viele hoffen auf einen Bluttest, der ihnen Gewissheit gibt, und ich kann dir sagen: Das hat mich auch gereizt. Leider schwanken die Hormonwerte von Zyklus zu Zyklus, und ein einzelner Wert kann ganz unauffällig aussehen, obwohl du mitten im Umbau steckst. Warum ein einzelner FSH-Wert täuschen kann, habe ich in „Östrogenmangel erkennen“ erklärt. Eindeutig werden die Werte erst nach der letzten Blutung, und dann weißt du es ohnehin schon.
Ein Wert verdient trotzdem einen Blick: das Anti-Müller-Hormon, kurz AMH. Es wird in den kleinen Eibläschen der Eierstöcke gebildet und gilt deshalb als Gradmesser dafür, wie viele Eizellen du noch in Reserve hast. Mit den Jahren sinkt es, und nach der Menopause ist es kaum noch messbar. Spannend finde ich daran zweierlei. Der AMH-Wert schwankt im Zyklus nur leicht und ist damit weniger launisch als FSH. Außerdem schaut er auf den Vorrat statt auf das Ende. Bei jüngeren Frauen kann er helfen einzuschätzen, wie viel Zeit noch bleibt.
Ein Orakel ist er allerdings nicht. Fachleute kommen zu dem Schluss, dass sich der Zeitpunkt der Menopause damit zwar ungefähr vorhersagen lässt, vor allem bei Frauen unter 40, dass es aber noch kein bewährtes Routineverfahren ist. Die Kasse zahlt den Test in der Regel nur bei Kinderwunschbehandlung. Für den Alltag in der Postmenopause bringt er dir deshalb wenig. Wenn du dich dafür interessierst, sprich deine Frauenärztin darauf an.
Trägst du eine Hormonspirale oder nimmst du die Pille, fällt der Kalender als Hinweis vermutlich aus, weil du keine echte Periode hast. Dazu habe ich keine verlässliche Quelle gefunden und möchte dir deshalb nichts erzählen, was ich nicht belegen kann. Das ist ein Thema für das Gespräch mit deiner Frauenärztin.
Was dir in jedem Fall bleibt, ist deine eigene Wahrnehmung. Wie sieht dein Zyklus aus, wie schläfst du, wie ist deine Stimmung, wie ist deine Konzentration, wie oft hast du Hitzewallungen? Schreib das ein paar Monate lang kurz auf. So siehst du, wie sich dein Muster verändert, auch wenn du mittendrin steckst.
Wie lange dauern Hitzewallungen in der Postmenopause?
Diese Frage hat mich am meisten beschäftigt, weil sie so persönlich ist. Die beste Zahl, die ich gefunden habe, stammt aus einer großen amerikanischen Langzeitstudie, die Frauen über viele Jahre durch die Wechseljahre begleitet hat. Ausgewertet wurden gut tausend Frauen, die häufig Hitzewallungen oder Nachtschweiß hatten.
Das Ergebnis hat mich erst einmal schlucken lassen: Die Beschwerden dauerten im Mittel 7,4 Jahre, bei mehr als der Hälfte der Frauen sogar länger als sieben Jahre. Nach der letzten Periode blieben sie im Mittel noch 4,5 Jahre. „Im Mittel“ bedeutet: Die eine Hälfte der Frauen hatte kürzer damit zu tun, die andere länger. Eine Garantie für dich ist das nicht. Bei mir sind es inzwischen ungefähr zwölf Jahre, und zwar mit allen Beschwerden zusammen: Hitze, Schlaf, Stimmung, dünner werdende Haare, trockene Schleimhäute (im Intimbereich, aber auch an Nase und Augen) und die Gewichtszunahme. Mit dem Alter und der Dauer der Wechseljahre kommen bei mir immer mehr Gelenkschmerzen dazu. Gelenkschmerzen können auch von einer Eisenüberladung kommen. Ein Hämo-Check gehört deshalb dazu, bevor du alles auf die Wechseljahre schiebst: Lass Ferritin und Transferrinsättigung bestimmen. Mehr zu meiner Geschichte mit der Hämochromatose findest du in „Erschöpfung im Schichtdienst – mehr als Jetlag?“. Ich erzähle dir das, weil ich mir damals gewünscht hätte, es zu wissen: Auch so ein langer Weg kann normal sein, und du bist nicht allein damit.
Interessant finde ich, was die Dauer beeinflusst hat. Frauen, die schon früh in der Perimenopause Hitzewallungen bekamen, hatten sie am längsten. Wer erst nach der letzten Periode damit anfing, war am schnellsten fertig. Auch Stress, Ängste und gedrückte Stimmung gingen mit einer längeren Dauer einher. Das ist ein Zusammenhang, mehr nicht. Ob Stress die Hitzewallungen verlängert oder ob es andersherum läuft, lässt sich aus den Daten nicht ablesen.
Bei mir ging es mit 42 los, also früh. Ob das erklärt, warum es bei mir so lange gedauert hat, weiß ich nicht. Es würde zu den Daten passen, aber das ist meine Überlegung und kein Beweis. Ob Schichtarbeit oder Langstreckenflüge etwas an der Dauer ändern, habe ich nirgends gefunden. Was im Dienst gegen Hitze und schlechten Schlaf helfen kann, steht in „Wechseljahre & Schichtdienst“.
Was sich hormonell ändert
Vor den Wechseljahren bilden deine Eierstöcke das stärkste Östrogen, das Estradiol. Danach schicken sie immer weniger davon los. Dafür bekommt ein anderes Östrogen mehr Gewicht, das Östron. Es wirkt schwächer als Estradiol und ist nach der Menopause dein wichtigstes Östrogen. Gebildet wird es jetzt vor allem im Fettgewebe, wo sich Vorstufen aus der Nebenniere umwandeln.
Dein Fettgewebe wird also zu einer kleinen Östrogenquelle. Ob und wie das mit dem Bauchfett zusammenhängt, kann ich dir nicht sagen. Niedrige Werte gelten in der fortgeschrittenen Postmenopause als normaler Zustand und nicht als Krankheit. Warum der Bauch in dieser Zeit trotzdem so hartnäckig wird, habe ich in „Bauchfett im Schichtdienst und in den Wechseljahren“ zusammengetragen.
Hormontherapie: ein Angebot, das du kennen solltest
Über Hormone habe ich in diesem Blog viel geschrieben, über die klassische Hormontherapie bisher kaum. Das möchte ich nachholen, ohne dir etwas zu empfehlen. Ob Hormone für dich in Frage kommen, entscheidest du gemeinsam mit einer Ärztin, die dein Gesamtbild kennt.
Das sagt die aktuelle S3-Leitlinie, wie sie von der Pharmazeutischen Zeitung zusammengefasst wird: Bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen soll eine Hormontherapie angeboten werden, sobald du über Nutzen und Risiken aufgeklärt wurdest. Frauen mit Gebärmutter bekommen Östrogen zusammen mit einem Gestagen, Frauen ohne Gebärmutter nur Östrogen. Zur Dauer nennt die Leitlinie bis zu fünf Jahre. Gleichzeitig steht fest, dass die Therapie gesundheitliche Risiken haben kann, etwa für Brustkrebs und Thrombosen, und dass sie vor Knochenbrüchen schützen kann. Wie die Waage bei dir ausschlägt, hängt unter anderem von deinem Alter, deinem Gewicht, Vorerkrankungen und Krebsfällen in der Familie ab. Das ist genau die Abwägung, für die du eine Ärztin brauchst. Einen Hormontest brauchst du dafür übrigens nicht, die Beschwerden reichen.
Eine Hormontherapie nach Leitlinie nehme ich derzeit nicht. Ich gehe einen anderen Weg und nehme ein paar Mittel, die mir guttun. Welche das sind, behalte ich für mich, denn ich möchte keine medizinische Empfehlung geben. Was bei mir wirkt, muss bei dir noch lange nicht wirken. Sprich auch über alles, was du selbst nimmst, mit deiner Ärztin, damit sie das Gesamtbild kennt.
Was ich mir wünsche, ist ein offeneres Gespräch in der Gynäkologie. Ich wünsche mir Ärztinnen und Ärzte, die zuhören, wenn Frauen beschreiben, was ihnen hilft, und die neugierig bleiben, auch für Ansätze jenseits der Standardtherapie. Dazu gehört aus meiner Sicht beides: Offenheit für Neues und der Anspruch, dass Wirkung belegt wird. Das ist mein Wunsch, kein Vorwurf an irgendjemanden.
Welche Beschwerden gehören dazu, welche zur Ärztin?
Wenn du bei Google „Postmenopause Symptome“ eintippst, schlägt dir die Suche Begriffe wie Schwindel, Psyche, Übelkeit, Herz, Schwitzen und Ausfluss vor. Ich habe nachgesehen, was sich davon belegen lässt. Die Symptome der Perimenopause kennst du aus „Hormone im Sinkflug“. Hier geht es um das, was in der Postmenopause bleibt oder neu dazukommt.
Scheide und Schleimhäute. Scheidentrockenheit betrifft etwa jede dritte Frau. Sie verschwindet in der Postmenopause nicht von allein, sie nimmt über die Jahre eher zu, weil der Östrogenmangel anhält. Die Schleimhäute werden dünner, trockener und empfindlicher, und dadurch fangen sich viele Frauen leichter Infektionen ein. Aus meiner Sicht sollte deshalb jede Frau ihre Schleimhäute pflegen, und zwar während des gesamten Wechsels und darüber hinaus. Dafür gibt es hormonfreie Cremes, Öle und Zäpfchen. Ob es zusätzlich eine östrogenhaltige Creme braucht, entscheidet deine Frauenärztin. Fachgesellschaften nennen hormonfreie Mittel als ersten Schritt bei leichten Beschwerden und niedrig dosiertes lokales Östrogen, wenn es mehr ist. Dass Pflege Infektionen vorbeugt, ist meine Schlussfolgerung aus diesen Zusammenhängen und kein belegter Studienbefund. Trockene Schleimhäute gibt es übrigens nicht nur unten. Bei mir betraf es auch Nase und Augen. Über die Lust, die bei mir einfach verschwunden war, schreibe ich in einem eigenen Artikel.
Blase. Harnwegsinfekte und Blasenschwäche kommen nach der letzten Periode häufiger vor. Dazu gleich mehr beim Beckenboden.
Stimmung. Das Risiko für depressive Verstimmungen ist im Übergang erhöht und sinkt laut dem Fachvortrag in der frühen Postmenopause wieder. Wenn aus schlechter Laune eine Niedergeschlagenheit wird, die nicht mehr weggeht, gehört das ärztlich abgeklärt. Durchhalten ist dann nicht die Lösung, und du musst es nicht allein schaffen.
Schwindel, Übelkeit, Ausfluss. Zu diesen drei Begriffen habe ich keine Quelle gefunden, die sie eindeutig den Wechseljahren zuordnet. Das heißt nicht, dass es keinen Zusammenhang gibt. Ich kann ihn nur nicht belegen. Wenn so etwas neu auftritt oder bleibt, ist die Praxis die richtige Adresse. Das gilt auch für Herzklopfen, das neu auftritt: lass es abklären, bevor du es auf die Hormone schiebst.
Blutung nach den Wechseljahren: immer Krebs?
Das ist die Sorge hinter vielen Suchanfragen, und ich verstehe sie gut. Die Antwort hat zwei Teile.
Erstens steckt hinter einer solchen Blutung nur selten Krebs. Häufigere Ursachen sind eine dünn gewordene Schleimhaut von Scheide oder Gebärmutter, Entzündungen oder Polypen. Nach einem Bericht der Ärzte Zeitung hat am Ende etwa eine von zehn Frauen mit einer solchen Blutung Gebärmutterkrebs.
Zweitens kannst du selbst nicht erkennen, was harmlos ist. Deshalb gilt jede Blutung nach der Menopause als Fall für die Frauenarztpraxis, auch wenn sie leicht ist oder nur ein einziges Mal auftritt. Dort misst man per Ultraschall unter anderem, wie dick die Gebärmutterschleimhaut ist. Ist sie dünn, ist das Krebsrisiko sehr gering. Ist sie dicker, braucht es eine Gewebeprobe. Wird ein Krebs früh erkannt, sind die Heilungschancen gut. Geh also lieber einmal zu viel hin als einmal zu wenig.
Noch etwas, das für mich nicht zur Diskussion steht: die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Sie gehören für mich auch nach den Wechseljahren fest in den Kalender, egal wie gut es dir gerade geht. Welche Untersuchungen in welchem Abstand für dich sinnvoll sind, besprichst du mit deiner Frauenärztin.
Knochen: Warum sie jetzt wichtiger werden
Östrogen bremst den Knochenabbau. Wenn der Spiegel sinkt, fällt diese Bremse weg. Bei Frauen läuft der Abbau etwa ab 50 schneller, und deshalb steigt das Risiko für Osteoporose, also für Knochen, die leichter brechen.
Beim Thema Calcium, Vitamin D und Magnesium gehen die Meinungen auseinander. Die Leitlinie des Dachverbands Osteologie empfiehlt eine Gesamtzufuhr von 1000 mg Calcium am Tag, bei Bedarf mit Präparaten, und 800 I.E. Vitamin D. Bei Nierensteinen oder bestimmten Stoffwechselerkrankungen gelten Ausnahmen. Gesundheitsinformation.de sieht für gesunde Menschen dagegen keinen Nutzen von Präparaten und nennt als mögliche Nebenwirkungen Nierensteine und Magen-Darm-Beschwerden. Beide Seiten stützen sich auf dieselbe Studienlage, bewerten sie nur unterschiedlich. Gesichert ist: Vitamin D hilft dem Körper, Calcium aus dem Darm aufzunehmen, und Magnesium wird für die Aktivierung von Vitamin D gebraucht. Das beschreibt eine Übersichtsarbeit, die aber vorsichtig bleibt und mit „scheint sinnvoll“ schließt. Aus der ergänzenden Ecke hörst du oft einen höheren Zielwert für Vitamin D im Blut, etwa 40 bis 60 ng/ml, und die Kombination mit Vitamin K2. Diese Zahlen stammen von einem Anbieter, der selbst Präparate verkauft, und für K2 fehlen bislang gute Studien, die weniger Knochenbrüche zeigen. Meine Überlegung: Alle drei Stoffe hängen zusammen und sollten weder im Mangel noch im Überschuss liegen. Das erfährst du nur über ein Blutbild. Lass Vitamin D und Magnesium mit deiner Ärztin messen und besprecht gemeinsam, welcher Bereich für dich passt. Ob du etwas ergänzt, entscheidest nicht ich, sondern ihr zwei.
Auch die Knochendichtemessung wird unterschiedlich bewertet. Sie ist sinnvoll, wenn Risikofaktoren vorliegen. Bei Frauen unter 65 ohne Risikofaktoren sehen die Quellen den Nutzen kritisch, weil ein Befund auch unnötig verunsichern kann. Über die Strahlung würde ich mir dabei keine Gedanken machen. Das ist meine Einschätzung, keine Studie: Die Belastung bei einer Messung ist sehr gering, und wer wie wir in der Fliegerei arbeitet, bekommt im Dienst ohnehin ständig Strahlung ab. Wer dagegen laufend röntgen lässt, sollte das im Blick behalten. Ausschlaggebend ist die Strahlung aber nicht, sondern ob bei dir Risikofaktoren vorliegen. Wann die Messung für dich in Frage kommt, besprichst du mit deiner Frauenärztin.
Herz und Gefäße: Was nach der Menopause zählt
In den Wechseljahren steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen schneller an. Das fasst eine Stellungnahme der amerikanischen Herzgesellschaft zusammen. Die Fachleute beschreiben mehrere Veränderungen: Das Fett sammelt sich stärker in der Körpermitte, und die Muskelmasse nimmt ab. Das LDL-Cholesterin steigt, und das führen sie eher auf die Hormonumstellung zurück. Blutdruck und Blutzucker hängen dagegen stärker vom Alter ab.
Als wichtigster beeinflussbarer Faktor gilt der Blutdruck. Die Deutsche Herzstiftung rät deshalb, ihn regelmäßig zu messen und ab 40 das Herz-Kreislauf-Risiko prüfen zu lassen. Ein Check-up erfasst Blutdruck, Blutzucker und Blutfette. Offen ist laut den Fachleuten noch, wie das ideale Risikoprofil in dieser Phase aussieht.
Beckenboden: Das unterschätzte Thema
Über den Beckenboden redet fast keine von uns gern, dabei trifft es erstaunlich viele. Er ist eine Muskelschale ganz unten im Becken und trägt Blase, Gebärmutter und Darm. Nach der letzten Periode treten Blasenschwäche und Harnwegsinfekte häufiger auf. Beckenbodentraining und lokale östrogenhaltige Cremes oder Zäpfchen können dem entgegenwirken.
Für das Training gibt es bei Belastungsinkontinenz eine gute Datenlage. Gemeint ist der Urinverlust beim Husten, Niesen oder Springen. Empfohlen wird ein angeleitetes Training über mehr als drei Monate. Bei Drang- und Mischinkontinenz ist der Effekt kleiner.
Mir ist noch etwas wichtig: Ein Beckenboden kann nicht nur zu schwach sein, sondern auch zu fest. Dann kann zusätzliches Anspannen die Beschwerden verstärken, und Loslassen ist die richtige Übung. Dazu habe ich nur Erfahrungswissen von Physiotherapeutinnen gefunden, keine Studie. Ich nehme es trotzdem ernst. Bei Urinverlust, Druckgefühl nach unten oder Schmerzen gehst du deshalb zuerst zur Frauenärztin oder in die Beckenboden-Physiotherapie, bevor du auf eigene Faust trainierst.
Wie du deinen Beckenboden wahrnimmst, anspannst und wieder loslässt, zeige ich dir in einem eigenen Artikel, mit Übungen und Hintergründen. Bis dahin gilt: Wenn dir beim Husten oder Springen Urin entwischt, ist das häufig und kein Schicksal. Sprich es in der Praxis an, auch wenn es unangenehm ist. Die Ärztinnen und Physiotherapeutinnen hören das jeden Tag.
Eisen nach der letzten Periode
Mit der letzten Periode endet auch der monatliche Blutverlust, und damit verliert dein Körper auch regelmäßig Eisen. Für mich mit Hämochromatose hat das bedeutet, dass das Eisen nicht mehr von allein abnimmt. Wie ich damit umgehe, steht in „Erschöpfung im Schichtdienst – mehr als Jetlag?“.
Dabei fiel mir etwas auf, das ich selbst lange nicht bedacht hatte. Müdigkeit, Gelenkschmerzen und nachlassende Lust können auch bei einer Eisenüberladung vorkommen, und sie sind genau die Beschwerden, die man schnell den Wechseljahren zuschreibt. Vielleicht steckt bei dir gar nichts anderes dahinter. Wenn du dich seit Jahren erschöpft fühlst, lass doch bei der nächsten Blutabnahme zwei Werte bestimmen: das Ferritin und die Transferrinsättigung. Dann kannst du eine Eisenüberladung ausschließen oder früh erkennen. Das gilt auch, wenn du keine Hämochromatose in der Familie kennst. Wie oft du die Werte kontrollieren lassen solltest, besprichst du mit deiner Ärztin, denn das ist eine Frage für die Praxis und nicht für eine Bloggerin.
Das Wichtigste auf einen Blick
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Mein Fazit
Die Menopause kannst du an einem Datum festmachen. Die Wechseljahre selbst gehen in der Postmenopause weiter, und wann die Beschwerden enden, lässt sich nicht festlegen. Bei mir dauert es viel länger, als ich je gedacht hätte, und ich weiß heute, dass das nicht ungewöhnlich ist. Das hätte ich mir damals gewünscht zu wissen, als ich nachts schweißgebadet wach lag und mich fragte, was mit mir los ist.
Was ich dir mitgeben möchte: Schau ab der Postmenopause nicht nur auf die Symptome, die laut sind. Die leisen Dinge brauchen genauso Aufmerksamkeit, also Knochen, Blutdruck, Beckenboden und beim Blut auch mal auf den Eisenstoffwechsel schauen. Lass dabei nicht nur das Eisen selbst bestimmen, sondern vor allem Ferritin und Transferrinsättigung als separate Werte. Das sind nämlich die Dinge, die man nicht spürt. Dazu gehört auch, wie es dir geht: deine Gefühle, deine Achtsamkeit mit dir selbst. Nimm dich ernst und lieb dich selbst in deiner neuen, spannenden Zeit.
🎁 Gratis für dich: Meine Checkliste für die FrauenarztpraxisDamit du beim Termin nichts vergisst, habe ich alles zusammengestellt, was du mit deiner Frauenärztin besprechen kannst. Elf Punkte, Platz für Notizen, zum Ausdrucken. Du trägst dich für den Newsletter „Landeanflug“ ein, dann schicke ich sie dir. Bekommst du ihn schon, findest du den Link in der nächsten Ausgabe. |
Hier siehst du einen Auszug:
- ☐ Blutung nach der Menopause, auch eine leichte: Ultraschall und Abklärung.
- ☐ Hitzewallungen, Schlaf und Stimmung: Ist eine Hormontherapie für mich eine Option? Was sprechen mein Alter, meine Vorerkrankungen und Krebsfälle in der Familie dafür oder dagegen?
- ☐ Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Sex, Blasenschwäche oder Harnwegsinfekte: Welche Pflege passt zu mir, und kommt zusätzlich eine lokale östrogenhaltige Creme in Frage?
- ☐ Knochen und Herz: Risikofaktoren, Knochendichtemessung, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette.
- ☐ Blutwerte: Ferritin, Transferrinsättigung, Vitamin D und Magnesium bestimmen lassen.
Mich interessiert, wie es bei dir war oder ist. Wann hast du gemerkt, dass es losging, und seit wann bist du „durch“? Und was ist danach geblieben? Schreib mir gern einen Kommentar am Ende der Seite oder an post@kaleundkerosin.de.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.


