Wechseljahre und Fliegen: Strategien für den Schichtdienst

Nach fast 30 Jahren in der Luft kenne ich die Herausforderungen unseres Berufs. Wenn zu Jetlag und Nachtschichten die Wechseljahre hinzukommen, erreicht die Belastung ein neues Level. Plötzlich reagiert der Körper noch empfindlicher auf Schlafmangel. Die Regenerationsphasen zu Hause und im Layover dauern erheblich länger.

Besonders spannend ist der Zusammenhang zwischen den Hormonen und dem Eisenwert. Mit dem Ausbleiben der Periode entfällt der natürliche Weg, Eisen auszuscheiden. Für Frauen mit einer Veranlagung zur Hämochromatose steigen die Werte in dieser Phase oft sprunghaft an. Und damit dann auch die Beschwerden. Wie ich meine Ernährung an diese „Hämo-Logik“ angepasst habe, liest du hier: Hämo-Logik.

Warum die Übersäuerung jetzt zunimmt

Hormonelle Schwankungen bedeuten Stress für den Organismus. Stress führt zu einer erhöhten Ausschüttung von Cortisol, was wiederum die Säurelast im Körper erhöht. Eine konsequent basische Ernährung ist jetzt kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigkeit, um Hitzewallungen und Schlafstörungen entgegenzuwirken. Und da ich es selbst anwende, kann ich auch sagen, dass es bei mir wirklich hilft.

Fachliche Informationen zu den hormonellen Veränderungen findest du bei der Deutschen Menopause Gesellschaft e.V.. Es hilft enorm, die biologischen Prozesse zu verstehen, um im Dienst gelassener zu reagieren.

Ernährungstipps für die „heiße Phase“ an Bord

Ich setze in dieser Zeit verstärkt auf Lebensmittel, die das System kühlen und basisch wirken. Salate sind oft schwer verdaulich in der Nachtschicht. Daher bevorzuge ich gedünstetes Gemüse wie Fenchel oder Zucchini. Diese sind sanft zum Magen und haben einen hervorragenden PRAL-Wert.

Nährwerte pro 100 g (Fenchel, gedünstet):
24 kcal | 0,7 mg Eisen (Nicht-Häm) | PRAL -7,9 | Vit-C 12 mg

(Alternative für Leser ohne Eisenlimit: Amaranth ist ein toller basischer Begleiter, enthält aber pro 100g stolze 9 mg Eisen – für uns „Hämos“ ist das leider zu viel).

Die Bedeutung der Hydration

Trinken ist wichtiger denn je. Wasser hilft nicht nur gegen die trockene Haut in der Kabine, sondern unterstützt die Nieren beim Ausscheiden von Stoffwechselendprodukten. Ich kombiniere mein Wasser oft mit grünem Tee, um gleichzeitig meine Eisenaufnahme zu kontrollieren. Mehr dazu hier:  Richtig trinken an Bord.

Yoga und Meditation im Hotelzimmer

Neben der Ernährung ist Bewegung mein wichtigstes Tool. Schon 15 Minuten Yoga nach der Landung helfen, das Cortisol zu senken. Es geht nicht um Leistung, sondern um das Ankommen im eigenen Körper. Das stabilisiert das Nervensystem und verbessert die Schlafqualität im Layover massiv.

Da die Symptome der Menopause sehr individuell sind, kann ich dir nur von meinen Erfahrungen berichten, und bei mir hat die Kombination aus basischer Kost und gezielter Entspannung meine Lebensqualität deutlich erhöht. Der „schnelle Zucker“ in der Nachtschicht ist für mich tabu, da er die Hitzewallungen nur verstärkt. Leider ist auch Alkohol pure Energie und wirkt sich bei mir genauso aus wie Zucker. Deshalb habe ich mich entschieden auch hier einen Gang runterzuschalten. Aber wenn es um den puren Genuss geht, geht der für mich sicher auch vor.

Die Wechseljahre sind eine Einladung, noch achtsamer mit sich selbst zu sein. Mit der richtigen Planung (Meal Prep) und Wissen über die eigenen Werte bleibst du auch in dieser Phase voller Energie über den Wolken.

Quellen:
1. Deutsche Menopause Gesellschaft e.V. – Fachinformationen.
2. Remer T, Manz F. (1995). Potential renal acid load of foods.

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