Richtig trinken an Bord: Grüner Tee als Eisen-Stopper 

In der trockenen Kabinenluft ist Wasser unser wichtigstes Werkzeug. Doch für uns Crew-Mitglieder mit Hämochromatose geht es um mehr als nur Hydration. Wir können unsere Getränke gezielt einsetzen, um die Eisenaufnahme über die Nahrung zu hemmen. Mein absoluter Favorit in der Galley: Grüner Tee. Sehr gerne greife ich auch zur entkoffeinierten Variante. Vor allem wenn ich danach noch schlafen gehen möchte.

Flüssigkeit ist der Schlüssel, um Stoffwechselabfälle auszuleiten. Besonders im Schichtdienst, wenn der Körper durch Schlafmangel gestresst ist, neigen wir zur Übersäuerung. Wie du deinen Säure-Basen-Haushalt grundsätzlich stabilisierst, liest du hier: Basen-Basics.

Die Geheimwaffe: Tannine im Grünen Tee

Grüner Tee (und auch schwarzer Tee) enthält Gerbstoffe, sogenannte Tannine. Diese binden das Eisen im Verdauungstrakt, noch bevor der Körper es aufnehmen kann. Für „Hämos“ ist das ein entscheidender Vorteil. Studien zeigen, dass das Trinken von Tee zu den Mahlzeiten die Resorption von Nicht-Häm-Eisen (das doofe Eisen aus tierischer Quelle) massiv reduzieren kann.

Wissenschaftliche Details zur Hemmung der Eisenresorption durch Polyphenole findest du in den Fachinformationen der Deutschen Leberhilfe e.V.. Es ist eine einfache, aber hochwirksame Methode, die sich perfekt in den Bordalltag integrieren lässt.

Die 2-Minuten-Regel für maximale Basen-Power

Damit der Grüne Tee nicht nur die Eisenaufnahme hemmt, sondern auch basisch wirkt, kommt es auf die Ziehzeit an. Ich lasse meinen Tee nie länger als zwei Minuten ziehen. So schmeckt er mild und behält seinen negativen PRAL-Wert. Längeres Ziehen macht den Tee bitter und kann den Magen reizen.

Nährwerte pro 100 ml (Grüner Tee, aufgebrüht):
2 kcal | 0,01 mg Eisen | PRAL -0,3 | Vit-C 0 mg (bei kurzer Ziehzeit)

Was ist mit Kaffee?

Oft werde ich gefragt ob ich denn überhaupt noch Kaffee trinke. Ja, sehr gerne sogar. Ein Espresso nach dem Essen gehört für mich, als absoluter Genussmensch, einfach dazu. Aber ich trinke ihn nicht mehr in den Mengen, wie früher. Er ist für mich eben genau das geworden, ein Genuss. Und ich sage dir auch warum:

Kaffee hemmt die Eisenaufnahme zwar ebenfalls, wirkt aber im Gegensatz zu Tee stark säurebildend. In der Nachtschicht greife ich daher lieber zur Thermoskanne mit Tee. Wie ich diese Strategie in meine gesamte Ernährung einbette, erfährst du hier: Hämo-Logik.

Tipps für die Bordküche

  • Nutze stilles Wasser statt kohlensäurehaltigem Wasser (schont den Magen bei Druckunterschieden und die Kohlensäure bildet Säuren).
  • Trinke den Tee direkt zur Mahlzeit, um den Eisen-Stopper-Effekt zu maximieren.
  • Vermeide Fruchtsäfte zum Essen, da das enthaltene Vitamin C die Eisenaufnahme wieder fördern würde.

Ich kann das nicht wissenschaftlich sicher bestätigen (da die Wirkung von Tee je nach Sorte variiert), aber mein Ferritin-Spiegel stabilisiert sich deutlich leichter, seit ich konsequent Tee zum Essen trinke. Es ist eine kleine Umstellung mit großer Wirkung für die Gesundheit im Layover.

Quellen & Wissenschaft:
1. Deutsche Leberhilfe e.V. – Informationen zur Eisenresorption.
2. Studie zur Wirkung von Tee-Polyphenolen auf die Eisenaufnahme.

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